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Messstellen im Fokus

Geblitzt auf der B 169 bei km 2,6 Höhe Cottbus

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Geblitzt auf der B 169 bei km 2,6 Höhe Cottbus

Sie haben Post wegen einer Geschwindigkeitsmessung auf der B 169 bei km 2,6 Höhe Cottbus erhalten. Ob Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid: Entscheidend ist jetzt, welches Schreiben vorliegt, welcher Wert nach Abzug der Messtoleranz übrig bleibt und ob neben einer Geldbuße auch Punkte oder ein Fahrverbot im Raum stehen.

Ein Anhörungsbogen ist noch keine Entscheidung gegen Sie. Angaben zu Ihrer Person müssen Sie machen, zur Sache selbst nicht – und wer schweigt, gilt deshalb nicht als überführt; das Schweigen darf nicht zu Ihrem Nachteil gewertet werden. Liegt bereits ein Bußgeldbescheid vor, läuft die Zwei-Wochen-Frist ab Zustellung: Innerhalb dieser Frist ist der Einspruch möglich, eine Begründung muss noch nicht mitgeliefert werden.

Die Messstelle im Überblick

Straße B 169 (Bundesstraße)
Ort / Abschnitt Höhe Cottbus
Bundesland Brandenburg

Innerorts oder außerorts – warum das auf der B 169 den Unterschied macht

Bundesstraßen verlaufen teils innerhalb, teils außerhalb geschlossener Ortschaften. Für die Bewertung Ihres Falls ist das keine Nebensache: Ob eine Stelle als innerorts oder außerorts gilt, richtet sich nach der Beschilderung, also nach der Ortstafel – nicht nach dem Gefühl beim Fahren und nicht allein nach dem Wert, der auf dem Schild steht. Bei gleicher Überschreitung sind die Regelsätze innerorts höher als außerorts.

Auch beim Fahrverbot wirkt sich die Einordnung aus: Für Pkw ist ein Regelfahrverbot innerorts früher vorgesehen, nämlich ab 31 km/h Überschreitung, außerorts erst ab 41 km/h. Wer also unsicher ist, wie die Behörde die Stelle bei km 2,6 eingeordnet hat, sollte genau hier ansetzen. Zu prüfen ist ferner, welche Geschwindigkeit an dieser Stelle überhaupt angeordnet war und ob die Schilder so standen, dass sie für Sie erkennbar und der Messstelle zuzuordnen waren.

Hinzu kommt die Messtoleranz: Vom gemessenen Wert wird ein Abzug vorgenommen, und nur der verbleibende Wert ist maßgeblich. Gerade an Grenzen zur nächsten Stufe kann das über Punkte oder ein Fahrverbot entscheiden.

Was sich im Verfahren überprüfen lässt

Über einen Anwalt kann Akteneinsicht genommen werden, und zwar bereits bevor ein Bußgeldbescheid ergangen ist. Erst mit den Unterlagen lässt sich beurteilen, ob der Vorwurf in dieser Form trägt. Geprüft werden können unter anderem:

  • der Ablauf der Messung und ihre Nachvollziehbarkeit,
  • die Eichung der eingesetzten Technik,
  • die Beschilderung, die für die Stelle bei km 2,6 gelten soll,
  • die Zuordnung des Vorwurfs zum Fahrer.

Falls ein Messfoto zur Akte gelangt ist, gehört auch dessen Aussagekraft zur Fahreridentifizierung dazu. Als Halter angeschriebene Personen müssen sich zudem nicht selbst belasten – auch das ist ein Punkt, der vor einer schnellen Antwort auf Behördenpost bedacht werden sollte.

Wird die Einspruchsfrist versäumt, tritt Rechtskraft ein. Eine Wiedereinsetzung kommt nur ausnahmsweise in Betracht, wenn die Frist ohne eigenes Verschulden verstrichen ist. Deshalb zuerst Frist sichern, dann Akteneinsicht, dann inhaltlich prüfen.

Punkte, Fahrverbot und Probezeit

Ab 21 km/h Überschreitung kommt ein Punkt im Fahreignungsregister hinzu; ist ein Regelfahrverbot vorgesehen, sind es zwei Punkte. Steht ein Fahrverbot im Raum und hatten Sie in den zwei Jahren vor der Tat kein rechtskräftiges Fahrverbot, kann der Beginn innerhalb von vier Monaten nach Rechtskraft selbst gelegt werden – das erleichtert die Planung mit Urlaub oder Arbeit. In Ausnahmefällen lässt sich von einem Fahrverbot absehen, dann fällt die Geldbuße höher aus; ob das trägt, etwa bei drohendem Arbeitsplatzverlust, entscheidet der Einzelfall.

Wer noch in der Probezeit fährt, sollte besonders genau hinsehen: Ein Geschwindigkeitsverstoß ab 21 km/h ist eine schwerwiegende Zuwiderhandlung. Wird die Bußgeldentscheidung rechtskräftig, ordnet die Fahrerlaubnisbehörde ein Aufbauseminar an und die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre.

Nach einem Einspruch kann es zu einer Hauptverhandlung beim Amtsgericht kommen. Auf Antrag kann das Gericht unter bestimmten Voraussetzungen vom persönlichen Erscheinen entbinden, und vieles lässt sich schriftlich über den Anwalt abwickeln – eine Anreise ist damit nicht immer nötig, aber auch nicht in jedem Fall entbehrlich. Falls Sie weiter entfernt von Cottbus wohnen, sprechen Sie diesen Punkt früh an. Besteht eine Verkehrsrechtsschutzversicherung, übernimmt sie häufig die Kosten.

Welche Folgen drohen?

Welches Tempolimit bei Ihrer Messung galt, steht im Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid. Die Übersicht zeigt die Regelfolgen nach dem Bußgeldkatalog für Pkw, gestaffelt nach der Überschreitung nach Abzug der Messtoleranz.

Ob innerorts oder außerorts gilt, ergibt sich aus der Beschilderung am Messort.

Überschreitung innerorts außerorts
bis 10 km/h 30 €
0 Punkte
20 €
0 Punkte
11–15 km/h 50 €
0 Punkte
40 €
0 Punkte
16–20 km/h 70 €
0 Punkte
60 €
0 Punkte
21–25 km/h 115 €
1 Punkt
100 €
1 Punkt
26–30 km/h 180 €
1 Punkt
150 €
1 Punkt
31–40 km/h 260 €
2 Punkte
Fahrverbot 1 Monat
200 €
1 Punkt
41–50 km/h 400 €
2 Punkte
Fahrverbot 1 Monat
320 €
2 Punkte
Fahrverbot 1 Monat
51–60 km/h 560 €
2 Punkte
Fahrverbot 2 Monate
480 €
2 Punkte
Fahrverbot 1 Monat
61–70 km/h 700 €
2 Punkte
Fahrverbot 3 Monate
600 €
2 Punkte
Fahrverbot 2 Monate
über 70 km/h 800 €
2 Punkte
Fahrverbot 3 Monate
700 €
2 Punkte
Fahrverbot 3 Monate

Regelsätze nach Bußgeldkatalog-Verordnung (Anhang, Tabelle 1 Buchstabe c), Punkte nach Anlage 13 der Fahrerlaubnis-Verordnung. Voreintragungen, wiederholte Verstöße und Gefährdung können zu höheren Folgen führen; Gebühren und Auslagen der Behörde kommen hinzu.

Häufige Fragen zu dieser Messstelle

Ich habe einen Anhörungsbogen zur B 169 bei Cottbus – muss ich angeben, wer gefahren ist?

Pflicht sind nur Ihre Angaben zur Person. Zur Sache, also auch zur Fahrerfrage, müssen Sie sich nicht äußern, und Ihr Schweigen darf nicht zu Ihrem Nachteil gewertet werden; niemand muss sich selbst belasten.

Wie viel Zeit habe ich für den Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?

Zwei Wochen ab Zustellung. Der Einspruch muss zunächst nicht begründet werden; nach Ablauf der Frist wird der Bescheid rechtskräftig, eine Wiedereinsetzung ist nur ausnahmsweise bei unverschuldeter Versäumung möglich.

Gilt die Stelle bei km 2,6 als innerorts oder außerorts?

Das entscheidet die Beschilderung, konkret die Ortstafel, und nicht der Wert des Tempolimits. Welche Einordnung die Behörde Ihrem Fall zugrunde legt, lässt sich über die Akteneinsicht klären – sie wirkt sich auf Regelsatz und Fahrverbotsgrenze aus.

Weitere Messstellen: Cottbus

Dr. Maik Bunzel
Rechtsanwalt · Fachanwalt für Verkehrsrecht · Fachanwalt für Strafrecht
BUNZEL Rechtsanwälte Strafverteidiger, Cottbus · Berlin · Kiel


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Was steht in Ihrem Schreiben?

Sie sind unsicher? Steht im Schreiben „Verwarnung“ und ein Betrag bis 55 Euro, ist es in der Regel ein Verwarnungsgeld ohne Punkt. Ob bei einem Bußgeldbescheid oder Anhörungsbogen Punkte drohen, hängt vom vorgeworfenen Verstoß ab. Wenn das unklar ist, bleiben Sie bei „Ich weiß es nicht“.

Einspruch ist grundsätzlich binnen zwei Wochen nach Zustellung möglich. Dieses Formular legt noch keinen Einspruch ein und wahrt keine Frist. Bei kurzer Restfrist rufen Sie uns bitte direkt an.

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Bei einem Verwarnungsgeld raten wir in der Regel zum Bezahlen. Es gibt keinen Punkt und kein Fahrverbot. Mit der fristgerechten, vollständigen Zahlung ist die Verwarnung grundsätzlich erledigt. Ein anwaltliches Verfahren würde meist mehr kosten als das Verwarnungsgeld. Wenn Sie trotzdem Zweifel am Vorwurf haben, können Sie die Anfrage senden.

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