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Messstellen im Fokus

Geblitzt auf der A 445 bei Werl, km 4,040

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Geblitzt auf der A 445 bei Werl, km 4,040

Sie wurden auf der A 445 bei Werl im Bereich von Kilometer 4,040 geblitzt und halten nun einen Anhörungsbogen oder einen Bußgeldbescheid in der Hand. Diese Seite ordnet ein, was die beiden Schreiben unterscheidet, welche Fristen laufen und an welchen Punkten sich eine Geschwindigkeitsmessung überprüfen lässt.

Wichtig ist zunächst nur zweierlei: Ein Bußgeldbescheid kann innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung mit dem Einspruch angegriffen werden, und eine Begründung muss dabei noch nicht mitgeliefert werden. Beim Anhörungsbogen besteht lediglich die Pflicht, Angaben zur eigenen Person zu machen – zur Sache selbst müssen Sie sich nicht äußern.

Die Messstelle im Überblick

Straße A 445 (Autobahn)
Ort / Abschnitt Werl
Bundesland Nordrhein-Westfalen

Autobahn heißt außerorts – was das für die Folgen bedeutet

Die A 445 ist eine Bundesautobahn, und Autobahnen gelten im Bußgeldkatalog durchweg als außerorts. Das wirkt sich unmittelbar auf die Bewertung aus: Bei gleicher Überschreitung fallen die Regelsätze außerorts niedriger aus als innerorts, und auch ein Fahrverbot ist nach dem Regelkatalog erst später vorgesehen – bei Pkw ab einer Überschreitung von 41 km/h, während innerorts bereits 31 km/h genügen.

Unabhängig davon beginnt die Eintragung von Punkten im Fahreignungsregister bei einer Überschreitung ab 21 km/h mit einem Punkt; zwei Punkte sind es, wenn für den Verstoß ein Regelfahrverbot vorgesehen ist. Maßgeblich ist dabei nie der roh gemessene Wert: Von der gemessenen Geschwindigkeit wird eine Messtoleranz abgezogen, und erst der verbleibende Wert wird der Ahndung zugrunde gelegt. Gerade an Grenzwerten – etwa dem Sprung zu Punkten oder zu einem Fahrverbot – lohnt deshalb ein genauer Blick darauf, wie gerechnet wurde.

Welche Geschwindigkeit an der betreffenden Stelle zulässig war, ergibt sich aus der Beschilderung. Auf Autobahnen können Tempolimits durch Verkehrszeichen angeordnet sein, auch vorübergehend; ob und in welcher Höhe eine Begrenzung für Ihren Fall galt und ob sie ordnungsgemäß angeordnet und erkennbar war, lässt sich anhand der Verfahrensakte nachvollziehen.

Akteneinsicht: Woran eine Messung geprüft wird

Ein Vorwurf im Anhörungsbogen oder im Bescheid ist zunächst nur eine Behauptung der Verwaltung. Über einen Anwalt kann Akteneinsicht genommen werden – und zwar bereits, bevor ein Bußgeldbescheid ergangen ist. Geprüft werden dabei unter anderem der Ablauf der Messung, die gültige Eichung des eingesetzten Geräts, die Beschilderung und die Frage, ob die Person am Steuer überhaupt zweifelsfrei zugeordnet werden kann.

Gerade die Fahrerfrage ist ein eigener Punkt. Wird der Halter angeschrieben, gilt auch für ihn, dass sich niemand selbst belasten muss. Wer zur Sache schweigt, gilt deshalb nicht als überführt, und das Schweigen darf nicht zu seinem Nachteil gewertet werden. Falls ein Messfoto zur Akte genommen wurde, gehört dessen Auswertung zu den Punkten, die im Rahmen der Akteneinsicht angesehen werden.

Verstreicht die Einspruchsfrist, wird der Bescheid rechtskräftig. Eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand kommt nur ausnahmsweise in Betracht, wenn die Frist ohne eigenes Verschulden versäumt wurde – darauf sollte man sich nicht verlassen. Sinnvoll ist deshalb, das Zustelldatum festzuhalten und die weitere Prüfung innerhalb der laufenden Frist anzustoßen.

Fahrverbot, Probezeit und das Verfahren aus der Ferne

Steht ein Fahrverbot im Raum, gibt es zwei Stellschrauben. Handelt es sich um das erste Fahrverbot – also lag in den zwei Jahren vor der Tat kein rechtskräftiges Fahrverbot vor –, darf der Beginn innerhalb von vier Monaten nach Rechtskraft selbst bestimmt werden, was eine Abstimmung mit Urlaub oder beruflichen Terminen erlaubt. Daneben kann in Ausnahmefällen ganz vom Fahrverbot abgesehen werden, etwa wenn der Arbeitsplatz konkret gefährdet ist; die Geldbuße wird dann erhöht. Ob das in Betracht kommt, entscheidet sich allein am Einzelfall.

Befinden Sie sich noch in der Probezeit, ist eine Geschwindigkeitsüberschreitung ab 21 km/h eine schwerwiegende Zuwiderhandlung. Wird die Bußgeldentscheidung rechtskräftig, ordnet die Fahrerlaubnisbehörde ein Aufbauseminar an und die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre. Solange keine Rechtskraft eingetreten ist, treten diese Folgen nicht ein.

Nach einem Einspruch kann es zu einer Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht kommen. Auf Antrag kann das Gericht unter bestimmten Voraussetzungen von der Pflicht zum persönlichen Erscheinen entbinden, und vieles lässt sich schriftlich über den Anwalt abwickeln – eine Anreise ist damit nicht in jedem Fall nötig, aber auch nicht immer vermeidbar. Falls Sie weiter von Werl entfernt wohnen, lässt sich das Mandat ohne Weiteres aus der Ferne führen. Besteht eine Verkehrsrechtsschutzversicherung, übernimmt sie häufig die Kosten; die Deckungsanfrage kann die Kanzlei stellen.

Welche Folgen drohen?

Welches Tempolimit bei Ihrer Messung galt, steht im Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid. Die Übersicht zeigt die Regelfolgen nach dem Bußgeldkatalog für Pkw, gestaffelt nach der Überschreitung nach Abzug der Messtoleranz.

Überschreitung außerorts
bis 10 km/h 20 €
0 Punkte
11–15 km/h 40 €
0 Punkte
16–20 km/h 60 €
0 Punkte
21–25 km/h 100 €
1 Punkt
26–30 km/h 150 €
1 Punkt
31–40 km/h 200 €
1 Punkt
41–50 km/h 320 €
2 Punkte
Fahrverbot 1 Monat
51–60 km/h 480 €
2 Punkte
Fahrverbot 1 Monat
61–70 km/h 600 €
2 Punkte
Fahrverbot 2 Monate
über 70 km/h 700 €
2 Punkte
Fahrverbot 3 Monate

Regelsätze nach Bußgeldkatalog-Verordnung (Anhang, Tabelle 1 Buchstabe c), Punkte nach Anlage 13 der Fahrerlaubnis-Verordnung. Voreintragungen, wiederholte Verstöße und Gefährdung können zu höheren Folgen führen; Gebühren und Auslagen der Behörde kommen hinzu.

Häufige Fragen zu dieser Messstelle

Ich habe nur einen Anhörungsbogen zur A 445 bei Werl bekommen – muss ich ihn ausfüllen?

Angaben zu Ihrer Person sind verpflichtend, Angaben zur Sache nicht. Der Anhörungsbogen ist noch kein Bußgeldbescheid, und wer zur Sache schweigt, gilt deshalb nicht als überführt.

Gilt die Messung bei Werl als innerorts oder außerorts?

Die A 445 ist eine Autobahn, und Autobahnen werden im Bußgeldkatalog als außerorts behandelt. Die Regelsätze sind dadurch niedriger als bei gleicher Überschreitung innerorts, und ein Fahrverbot ist bei Pkw regelmäßig erst ab 41 km/h Überschreitung vorgesehen.

Wie lange habe ich Zeit, gegen den Bußgeldbescheid vorzugehen?

Der Einspruch ist binnen zwei Wochen ab Zustellung des Bescheids einzulegen und muss zunächst nicht begründet werden. Läuft die Frist ab, wird der Bescheid rechtskräftig; eine Wiedereinsetzung ist nur ausnahmsweise bei unverschuldeter Fristversäumung möglich.

Weitere Messstellen: Nordrhein-Westfalen

Dr. Maik Bunzel
Rechtsanwalt · Fachanwalt für Verkehrsrecht · Fachanwalt für Strafrecht
BUNZEL Rechtsanwälte Strafverteidiger, Cottbus · Berlin · Kiel


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Was steht in Ihrem Schreiben?

Sie sind unsicher? Steht im Schreiben „Verwarnung“ und ein Betrag bis 55 Euro, ist es in der Regel ein Verwarnungsgeld ohne Punkt. Ob bei einem Bußgeldbescheid oder Anhörungsbogen Punkte drohen, hängt vom vorgeworfenen Verstoß ab. Wenn das unklar ist, bleiben Sie bei „Ich weiß es nicht“.

Einspruch ist grundsätzlich binnen zwei Wochen nach Zustellung möglich. Dieses Formular legt noch keinen Einspruch ein und wahrt keine Frist. Bei kurzer Restfrist rufen Sie uns bitte direkt an.

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Bei einem Verwarnungsgeld raten wir in der Regel zum Bezahlen. Es gibt keinen Punkt und kein Fahrverbot. Mit der fristgerechten, vollständigen Zahlung ist die Verwarnung grundsätzlich erledigt. Ein anwaltliches Verfahren würde meist mehr kosten als das Verwarnungsgeld. Wenn Sie trotzdem Zweifel am Vorwurf haben, können Sie die Anfrage senden.

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