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Messstellen im Fokus

Geblitzt auf der A 3 bei Medenbach, Wiesbadener Kreuz

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Geblitzt auf der A 3 bei Medenbach, Wiesbadener Kreuz

Sie sind auf der A 3 bei Medenbach, Wiesbadener Kreuz, mit einer Geschwindigkeitsmessung in Kontakt gekommen und haben nun Post in der Hand – einen Anhörungsbogen oder bereits einen Bußgeldbescheid. Auf dieser Seite erfahren Sie, was die einzelnen Schreiben bedeuten und welche Schritte jetzt sinnvoll sind.

Wichtig ist zunächst nur eines: Prüfen Sie, welches Schreiben Sie erhalten haben und wann es zugestellt wurde. Gegen einen Bußgeldbescheid können Sie innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung Einspruch einlegen, ohne diesen sofort zu begründen. Ein Anhörungsbogen ist noch kein Bescheid – dort sind Angaben zu Ihrer Person verpflichtend, Angaben zur Sache dagegen nicht. Wer zur Sache schweigt, gilt deshalb nicht als überführt; das Schweigen darf nicht gegen Sie verwendet werden.

Die Messstelle im Überblick

Straße A 3 (Autobahn)
Ort / Abschnitt Medenbach, Wiesbadener Kreuz
Bundesland Hessen

Die genaue Lage der Messanlage ist uns für diesen Abschnitt nicht bekannt. Maßgeblich sind Messort, Messgerät und Tempolimit, die im Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid stehen.

Autobahn heißt außerorts – das wirkt sich auf die Folgen aus

Die A 3 ist eine Bundesautobahn. Für den Bußgeldkatalog gilt sie damit als Strecke außerhalb geschlossener Ortschaften. Das ist keine Nebensächlichkeit: Bei gleicher Überschreitung sind die Regelsätze innerorts höher als außerorts, und auch ein Fahrverbot ist innerorts im Regelfall früher vorgesehen. Für Pkw ist ein Regelfahrverbot außerorts ab 41 km/h Überschreitung vorgesehen, innerorts bereits ab 31 km/h.

Maßgeblich ist nie der auf dem Display oder im Schreiben zunächst genannte Rohwert, sondern die Geschwindigkeit nach Abzug der Messtoleranz. Gerade in Grenzbereichen entscheidet dieser Abzug darüber, in welche Stufe der Vorwurf fällt. Punkte im Fahreignungsregister kommen ab 21 km/h Überschreitung in Betracht – ein Punkt, und zwei Punkte, wenn für den Verstoß ein Regelfahrverbot vorgesehen ist.

Auf Autobahnen kann die zulässige Geschwindigkeit durch Beschilderung festgelegt sein, auch nur zeitweise. Welcher Wert Ihnen konkret zur Last gelegt wird und worauf sich die Behörde dabei stützt, ergibt sich aus der Akte – nicht aus dem Bescheid allein.

Akteneinsicht und Prüfung: worauf es ankommt

Über einen Anwalt kann Akteneinsicht genommen werden, und zwar bereits vor Erlass eines Bußgeldbescheides. Geprüft werden dabei unter anderem die Messung selbst, die Eichung, die Beschilderung und die Zuordnung des Vorwurfs zum Fahrer. Falls ein Messfoto vorliegt, gehört auch dessen Auswertung dazu – etwa die Frage, ob sich daraus überhaupt eine Person zuverlässig identifizieren lässt.

Der Ablauf ist überschaubar: Frist im Blick behalten, Akteneinsicht beantragen, dann auf Grundlage der Unterlagen entscheiden, ob und mit welcher Begründung ein Einspruch weitergeführt wird. Läuft die Einspruchsfrist ab, wird der Bescheid rechtskräftig; eine Wiedereinsetzung kommt nur ausnahmsweise in Betracht, wenn die Frist ohne eigenes Verschulden versäumt wurde.

Erhalten Sie als Halter ein Schreiben mit der Frage, wer gefahren ist, gilt auch hier: Niemand muss sich selbst belasten. Ob und wie Sie reagieren, sollte deshalb bewusst entschieden werden.

Fahrverbot, Probezeit und das Verfahren aus der Ferne

Steht ein Fahrverbot im Raum, gibt es Gestaltungsmöglichkeiten. Handelt es sich um das erste Fahrverbot – also lag in den zwei Jahren vor der Tat kein rechtskräftiges Fahrverbot vor –, kann der Beginn innerhalb von vier Monaten nach Rechtskraft selbst bestimmt werden. In Ausnahmefällen kann von einem Fahrverbot abgesehen werden, wobei dann die Geldbuße erhöht wird; ob das in Betracht kommt, hängt vom Einzelfall ab, etwa bei einem drohenden Arbeitsplatzverlust.

Befinden Sie sich in der Probezeit, ist eine Überschreitung ab 21 km/h eine schwerwiegende Zuwiderhandlung. Wird die Bußgeldentscheidung rechtskräftig, ordnet die Fahrerlaubnisbehörde ein Aufbauseminar an und die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre – deshalb lohnt sich hier ein besonders genauer Blick in die Akte.

Nach einem Einspruch kann es zu einer Hauptverhandlung beim Amtsgericht kommen. Auf Antrag kann das Gericht unter bestimmten Voraussetzungen von Ihrem persönlichen Erscheinen entbinden; viel lässt sich schriftlich über den Anwalt abwickeln. Falls Sie weiter entfernt wohnen, ist eine Anreise damit nicht immer erforderlich – ausgeschlossen ist sie aber auch nicht. Besteht eine Verkehrsrechtsschutzversicherung, übernimmt diese häufig die Kosten der Verteidigung.

Welche Folgen drohen?

Welches Tempolimit bei Ihrer Messung galt, steht im Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid. Die Übersicht zeigt die Regelfolgen nach dem Bußgeldkatalog für Pkw, gestaffelt nach der Überschreitung nach Abzug der Messtoleranz.

Überschreitung außerorts
bis 10 km/h 20 €
0 Punkte
11–15 km/h 40 €
0 Punkte
16–20 km/h 60 €
0 Punkte
21–25 km/h 100 €
1 Punkt
26–30 km/h 150 €
1 Punkt
31–40 km/h 200 €
1 Punkt
41–50 km/h 320 €
2 Punkte
Fahrverbot 1 Monat
51–60 km/h 480 €
2 Punkte
Fahrverbot 1 Monat
61–70 km/h 600 €
2 Punkte
Fahrverbot 2 Monate
über 70 km/h 700 €
2 Punkte
Fahrverbot 3 Monate

Regelsätze nach Bußgeldkatalog-Verordnung (Anhang, Tabelle 1 Buchstabe c), Punkte nach Anlage 13 der Fahrerlaubnis-Verordnung. Voreintragungen, wiederholte Verstöße und Gefährdung können zu höheren Folgen führen; Gebühren und Auslagen der Behörde kommen hinzu.

Häufige Fragen zu dieser Messstelle

Ich habe nur einen Anhörungsbogen zur A 3 bei Medenbach, Wiesbadener Kreuz, erhalten – muss ich etwas ausfüllen?

Angaben zu Ihrer Person müssen Sie machen, Angaben zur Sache nicht. Schweigen zur Sache darf nicht zu Ihrem Nachteil gewertet werden, und ein Anhörungsbogen ist noch kein Bußgeldbescheid.

Gilt die A 3 als innerorts oder außerorts?

Autobahnen werden im Bußgeldkatalog als außerorts behandelt. Die Regelsätze und die Schwelle für ein Regelfahrverbot sind dort günstiger als innerorts, wo es bei Pkw schon ab 31 km/h Überschreitung ein Regelfahrverbot gibt.

Lohnt sich Akteneinsicht, wenn der vorgeworfene Wert nur knapp über einer Stufe liegt?

Gerade dann, denn maßgeblich ist der Wert nach Abzug der Messtoleranz. Über einen Anwalt kann die Akte eingesehen und unter anderem Messung, Eichung, Beschilderung und die Fahrerzuordnung geprüft werden – auch schon vor einem Bescheid.

Weitere Messstellen auf der A 3 in Hessen

Dr. Maik Bunzel
Rechtsanwalt · Fachanwalt für Verkehrsrecht · Fachanwalt für Strafrecht
BUNZEL Rechtsanwälte Strafverteidiger, Cottbus · Berlin · Kiel


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Was steht in Ihrem Schreiben?

Sie sind unsicher? Steht im Schreiben „Verwarnung“ und ein Betrag bis 55 Euro, ist es in der Regel ein Verwarnungsgeld ohne Punkt. Ob bei einem Bußgeldbescheid oder Anhörungsbogen Punkte drohen, hängt vom vorgeworfenen Verstoß ab. Wenn das unklar ist, bleiben Sie bei „Ich weiß es nicht“.

Einspruch ist grundsätzlich binnen zwei Wochen nach Zustellung möglich. Dieses Formular legt noch keinen Einspruch ein und wahrt keine Frist. Bei kurzer Restfrist rufen Sie uns bitte direkt an.

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Bei einem Verwarnungsgeld raten wir in der Regel zum Bezahlen. Es gibt keinen Punkt und kein Fahrverbot. Mit der fristgerechten, vollständigen Zahlung ist die Verwarnung grundsätzlich erledigt. Ein anwaltliches Verfahren würde meist mehr kosten als das Verwarnungsgeld. Wenn Sie trotzdem Zweifel am Vorwurf haben, können Sie die Anfrage senden.

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