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Geblitzt auf der A 3 bei km 86,8 in Montabaur

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Geblitzt auf der A 3 bei km 86,8 in Montabaur

Sie wurden auf der A 3 bei Kilometer 86,8 in Montabaur geblitzt und haben Post erhalten – entweder einen Anhörungsbogen oder bereits einen Bußgeldbescheid. Diese Seite ordnet ein, was die Schreiben bedeuten und welche Schritte jetzt sinnvoll sind.

Wichtig ist zunächst die Frist: Gegen einen Bußgeldbescheid können Sie innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung Einspruch einlegen, eine Begründung muss dabei noch nicht mitgeliefert werden. Über einen Anwalt lässt sich anschließend Akteneinsicht nehmen und der Vorwurf inhaltlich prüfen – von der Messung selbst über die Beschilderung bis zur Frage, ob Sie als Fahrer überhaupt zweifelsfrei zugeordnet werden können.

Die Messstelle im Überblick

Straße A 3 (Autobahn)
Ort / Abschnitt Montabaur
Bundesland Rheinland-Pfalz

Autobahn heißt außerorts – und das wirkt sich auf den Vorwurf aus

Die A 3 ist eine Bundesautobahn. Für die Bewertung einer Geschwindigkeitsüberschreitung gilt sie im Bußgeldkatalog als außerorts. Das ist keine Nebensächlichkeit: Bei gleicher Überschreitung liegen die Regelsätze innerorts höher als außerorts. Wer auf der Autobahn gemessen wurde, sollte deshalb zunächst prüfen, ob der Vorwurf im Bescheid auch tatsächlich nach den außerörtlichen Werten berechnet wurde.

Maßgeblich ist außerdem nicht der Wert, den das Gerät anzeigt, sondern der Wert nach Abzug der Messtoleranz. Erst dieser bereinigte Wert entscheidet darüber, in welche Stufe der Vorwurf fällt. Liegt die vorwerfbare Überschreitung nahe an einer Grenze, kann sich eine genaue Nachrechnung spürbar auswirken – etwa dort, wo es um Punkte oder um ein Regelfahrverbot geht.

Auf Autobahnen wird die zulässige Geschwindigkeit durch die Beschilderung festgelegt; das kann dauerhaft oder auch nur zeitweise gelten. Welche Anordnung für Ihren Fall gelten soll, ergibt sich aus dem Bescheid und der Akte. Genau hier setzt die Prüfung an: War die Beschilderung so angeordnet und aufgestellt, dass sie für Sie als Fahrer erkennbar und verbindlich war?

Anhörungsbogen oder Bescheid – der Unterschied

Ein Anhörungsbogen ist noch keine Entscheidung. Die Behörde teilt damit einen Vorwurf mit und gibt Gelegenheit zur Äußerung. Verpflichtend sind allein Ihre Angaben zur Person. Zur Sache selbst müssen Sie sich nicht erklären. Wer schweigt, gilt deshalb nicht als überführt; das Schweigen darf nicht zu Ihrem Nachteil gewertet werden.

Vorschnelle Angaben sind dagegen selten hilfreich. Wird beispielsweise eingeräumt, gefahren zu sein, steht die Fahrereigenschaft fest – auch dann, wenn sich später Zweifel an der Messung oder an ihrer Zuordnung ergeben hätten. Sinnvoller ist es, zunächst zu klären, was in der Akte überhaupt vorliegt. Falls ein Messfoto existiert, gehört auch dessen Auswertung dazu.

Kommt später ein Bußgeldbescheid, läuft die Zwei-Wochen-Frist ab Zustellung. Der Einspruch hält das Verfahren offen, ohne dass Sie sich sofort inhaltlich positionieren müssen. Geprüft werden können unter anderem die Messung, die Eichung des eingesetzten Geräts, die Beschilderung und die Zuordnung zum Fahrer. Eine bestehende Verkehrsrechtsschutzversicherung übernimmt häufig die Kosten der anwaltlichen Vertretung.

Punkte, Fahrverbot und Probezeit

Ab einer Überschreitung von 21 km/h wird ein Punkt im Fahreignungsregister eingetragen; sieht der Katalog für den Verstoß ein Regelfahrverbot vor, sind es zwei Punkte. Steht ein Fahrverbot im Raum und hatten Sie in den zwei Jahren vor der Tat kein rechtskräftiges Fahrverbot, können Sie den Beginn innerhalb von vier Monaten nach Rechtskraft selbst bestimmen – das erlaubt es, die Zeit auf Urlaub oder eine ruhigere Phase zu legen.

In Ausnahmefällen lässt sich von einem Fahrverbot absehen; die Geldbuße wird dann erhöht. Ob das in Betracht kommt, hängt vom Einzelfall ab, etwa wenn ein Arbeitsplatzverlust droht. Solche Umstände müssen konkret vorgetragen und belegt werden.

Befinden Sie sich in der Probezeit, gilt Besonderes: Ein Geschwindigkeitsverstoß ab 21 km/h ist eine schwerwiegende Zuwiderhandlung. Wird die Bußgeldentscheidung rechtskräftig, ordnet die Fahrerlaubnisbehörde ein Aufbauseminar an und die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre. Falls Sie weiter entfernt von Montabaur wohnen: Das Verfahren lässt sich vollständig aus der Ferne führen, Akteneinsicht und Korrespondenz erfolgen schriftlich, eine persönliche Anreise ist für diese Schritte nicht erforderlich.

Welche Folgen drohen?

Welches Tempolimit bei Ihrer Messung galt, steht im Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid. Die Übersicht zeigt die Regelfolgen nach dem Bußgeldkatalog für Pkw, gestaffelt nach der Überschreitung nach Abzug der Messtoleranz.

Überschreitung außerorts
bis 10 km/h 20 €
0 Punkte
11–15 km/h 40 €
0 Punkte
16–20 km/h 60 €
0 Punkte
21–25 km/h 100 €
1 Punkt
26–30 km/h 150 €
1 Punkt
31–40 km/h 200 €
1 Punkt
41–50 km/h 320 €
2 Punkte
Fahrverbot 1 Monat
51–60 km/h 480 €
2 Punkte
Fahrverbot 1 Monat
61–70 km/h 600 €
2 Punkte
Fahrverbot 2 Monate
über 70 km/h 700 €
2 Punkte
Fahrverbot 3 Monate

Regelsätze nach Bußgeldkatalog-Verordnung (Anhang, Tabelle 1 Buchstabe c), Punkte nach Anlage 13 der Fahrerlaubnis-Verordnung. Voreintragungen, wiederholte Verstöße und Gefährdung können zu höheren Folgen führen; Gebühren und Auslagen der Behörde kommen hinzu.

Häufige Fragen zu dieser Messstelle

Ich habe nur einen Anhörungsbogen zur A 3 bei Montabaur erhalten – muss ich ihn ausfüllen?

Angaben zu Ihrer Person sind verpflichtend, Angaben zur Sache nicht. Schweigen zur Sache ist zulässig und darf nicht gegen Sie verwertet werden.

Wird der Verstoß auf der A 3 als innerorts oder außerorts bewertet?

Autobahnen gelten im Bußgeldkatalog als außerorts. Bei gleicher Überschreitung sind die Regelsätze außerorts niedriger als innerorts.

Wie viel Zeit habe ich nach dem Bußgeldbescheid?

Der Einspruch ist innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung möglich und muss nicht sofort begründet werden. Die Begründung kann nach Akteneinsicht nachgereicht werden.

Weitere Messstellen auf der A 3 in Rheinland-Pfalz

Dr. Maik Bunzel
Rechtsanwalt · Fachanwalt für Verkehrsrecht · Fachanwalt für Strafrecht
BUNZEL Rechtsanwälte Strafverteidiger, Cottbus · Berlin · Kiel


Wurden Sie an dieser Messstelle geblitzt?

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Was steht in Ihrem Schreiben?

Sie sind unsicher? Steht im Schreiben „Verwarnung“ und ein Betrag bis 55 Euro, ist es in der Regel ein Verwarnungsgeld ohne Punkte. Ob bei einem Bußgeldbescheid oder Anhörungsbogen Punkte drohen, hängt vom vorgeworfenen Verstoß ab. Wenn das unklar ist, bleiben Sie bei „Ich weiß es nicht“.

Einspruch ist grundsätzlich binnen zwei Wochen nach Zustellung möglich. Dieses Formular legt noch keinen Einspruch ein und wahrt keine Frist. Bei kurzer Restfrist rufen Sie uns bitte direkt an.

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Gut zu wissen: In einzelnen Tarifen ist auch ein rückwirkender Rechtsschutz für ein bereits laufendes Bußgeldverfahren möglich. Ob ein solcher Tarif für Ihren Fall infrage kommt und welche Bedingungen gelten, klären wir im kostenlosen Erstgespräch.

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Ein Foto Ihres Anhörungsbogens oder Bescheids hilft uns, Ihren Fall einzuordnen. Bis zu 5 Dateien, jeweils maximal 20 MB. JPG, PNG, PDF oder GIF. Sie können Ihre Anfrage auch ohne Datei senden.

Bei einem Verwarnungsgeld raten wir in der Regel zum Bezahlen. Es gibt keine Punkte und kein Fahrverbot. Mit der fristgerechten, vollständigen Zahlung ist die Verwarnung grundsätzlich erledigt. Ein anwaltliches Verfahren würde meist mehr kosten als das Verwarnungsgeld. Wenn Sie trotzdem Zweifel am Vorwurf haben, können Sie die Anfrage senden.

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