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Messstellen im Fokus

Geblitzt auf der A 27 bei Walsrode

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Geblitzt auf der A 27 bei Walsrode

Sie sind auf der A 27 bei Walsrode geblitzt worden und haben Post von der Bußgeldstelle erhalten – einen Anhörungsbogen oder bereits einen Bußgeldbescheid. Auf dieser Seite erfahren Sie, was die einzelnen Schreiben bedeuten, welche Fristen zu beachten sind und an welchen Punkten sich eine Geschwindigkeitsmessung überprüfen lässt.

Wichtig ist zunächst der Unterschied: Ein Anhörungsbogen ist noch keine Entscheidung gegen Sie. Erst gegen einen Bußgeldbescheid können Sie binnen zwei Wochen ab Zustellung Einspruch einlegen – begründen müssen Sie ihn dabei nicht sofort. Diese Frist ist der entscheidende Termin, alles Weitere lässt sich danach in Ruhe klären.

Die Messstelle im Überblick

Straße A 27 (Autobahn)
Ort / Abschnitt Walsrode
Bundesland Niedersachsen

A 27 bei Walsrode: Autobahn bedeutet außerorts

Für die Bewertung Ihres Falls ist zunächst wichtig, welche Regelsätze überhaupt gelten. Autobahnen gelten im Bußgeldkatalog als außerorts. Das hat einen konkreten Effekt: Bei derselben Überschreitung fallen die Regelsätze außerorts niedriger aus als innerorts. Bei anderen Straßen richtet sich diese Einordnung nach der Beschilderung, also nach der Ortstafel – auf der A 27 ist die Zuordnung dagegen eindeutig.

Auf Autobahnen ergibt sich die zulässige Geschwindigkeit aus der Beschilderung. Eine Begrenzung kann dauerhaft angeordnet sein, sie kann aber auch nur vorübergehend gelten oder über Wechselverkehrszeichen angezeigt werden. Für ein Bußgeldverfahren heißt das: Es muss nachvollziehbar sein, welches Limit im Moment der Messung tatsächlich galt und ob es ordnungsgemäß und in ausreichender Zahl beschildert war. Genau dieser Punkt lässt sich nur anhand der Verfahrensakte beurteilen, nicht aus dem Bescheid allein.

Bedenken Sie außerdem, dass nicht der zuerst angezeigte Wert maßgeblich ist. Von der gemessenen Geschwindigkeit wird eine Toleranz abgezogen; entscheidend ist erst der Wert danach. Er bestimmt, in welche Stufe der Verstoß fällt.

Punkte, Fahrverbot und Probezeit

Ab einer Überschreitung von 21 km/h wird ein Punkt im Fahreignungsregister eingetragen. Zwei Punkte werden es, wenn für den Verstoß ein Regelfahrverbot vorgesehen ist. Steht ein Fahrverbot im Raum, gibt es zwei Ansätze, die getrennt betrachtet werden sollten: Zum einen kann in Ausnahmefällen von einem Fahrverbot abgesehen werden – dann wird die Geldbuße erhöht; ob das in Betracht kommt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, etwa wenn der Arbeitsplatz konkret gefährdet ist. Zum anderen darf beim ersten Fahrverbot, wenn in den zwei Jahren vor der Tat kein rechtskräftiges Fahrverbot bestand, der Beginn innerhalb von vier Monaten nach Rechtskraft selbst gewählt werden. Das schafft Spielraum für Urlaub oder eine ruhigere Arbeitsphase.

Befinden Sie sich noch in der Probezeit, ist eine Überschreitung ab 21 km/h eine schwerwiegende Zuwiderhandlung. Wird die Bußgeldentscheidung rechtskräftig, ordnet die Fahrerlaubnisbehörde ein Aufbauseminar an und die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre. Diese Folgen treten erst mit der Rechtskraft ein – umso mehr lohnt es sich, vorher zu prüfen, ob der Vorwurf in dieser Höhe Bestand hat.

Akteneinsicht und Verfahren aus der Ferne

Über einen Anwalt kann Akteneinsicht beantragt werden. Geprüft werden dann unter anderem die Messung selbst, die Eichung, die Beschilderung und die Zuordnung des Vorwurfs zum Fahrer. Falls ein Messfoto zur Akte gehört, gehört auch dessen Auswertung dazu – etwa zu der Frage, ob die Person am Steuer überhaupt erkennbar ist.

Als Halter bekommen Sie die Post, auch wenn Sie selbst nicht gefahren sind. Zur Person müssen Sie Angaben machen, zur Sache nicht. Wer zum Vorwurf schweigt, gilt deshalb nicht als überführt; das Schweigen darf nicht zu Ihrem Nachteil gewertet werden.

Falls Sie weiter von Walsrode entfernt wohnen, spielt das für den Ablauf keine Rolle: Ein Bußgeldverfahren lässt sich vollständig schriftlich und aus der Ferne führen, Unterlagen können digital übermittelt werden. Falls Sie eine Verkehrsrechtsschutzversicherung haben, übernimmt diese häufig die Kosten – die Deckungsanfrage können wir für Sie stellen.

Welche Folgen drohen?

Welches Tempolimit bei Ihrer Messung galt, steht im Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid. Die Übersicht zeigt die Regelfolgen nach dem Bußgeldkatalog für Pkw, gestaffelt nach der Überschreitung nach Abzug der Messtoleranz.

Überschreitung außerorts
bis 10 km/h 20 €
0 Punkte
11–15 km/h 40 €
0 Punkte
16–20 km/h 60 €
0 Punkte
21–25 km/h 100 €
1 Punkt
26–30 km/h 150 €
1 Punkt
31–40 km/h 200 €
1 Punkt
41–50 km/h 320 €
2 Punkte
Fahrverbot 1 Monat
51–60 km/h 480 €
2 Punkte
Fahrverbot 1 Monat
61–70 km/h 600 €
2 Punkte
Fahrverbot 2 Monate
über 70 km/h 700 €
2 Punkte
Fahrverbot 3 Monate

Regelsätze nach Bußgeldkatalog-Verordnung (Anhang, Tabelle 1 Buchstabe c), Punkte nach Anlage 13 der Fahrerlaubnis-Verordnung. Voreintragungen, wiederholte Verstöße und Gefährdung können zu höheren Folgen führen; Gebühren und Auslagen der Behörde kommen hinzu.

Häufige Fragen zu dieser Messstelle

Ich habe nur einen Anhörungsbogen zur A 27 bei Walsrode erhalten – muss ich ihn ausfüllen?

Angaben zu Ihrer Person sind verpflichtend, Angaben zur Sache nicht. Sie können zum Vorwurf schweigen, ohne dass Ihnen das nachteilig ausgelegt werden darf.

Wie lange habe ich Zeit, gegen den Bußgeldbescheid vorzugehen?

Der Einspruch muss innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung des Bescheids eingelegt werden. Eine Begründung ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht erforderlich, sie kann nach Akteneinsicht folgen.

Gelten auf der A 27 die höheren innerörtlichen Bußgeldsätze?

Nein. Autobahnen werden im Bußgeldkatalog als außerorts behandelt, und dort sind die Regelsätze bei gleicher Überschreitung niedriger als innerorts.

Weitere Messstellen: Heidekreis

Dr. Maik Bunzel
Rechtsanwalt · Fachanwalt für Verkehrsrecht · Fachanwalt für Strafrecht
BUNZEL Rechtsanwälte Strafverteidiger, Cottbus · Berlin · Kiel


Wurden Sie an dieser Messstelle geblitzt?

Lassen Sie Bußgeldbescheid und Messung prüfen, bevor Sie zahlen: Über das Formular am Ende dieses Beitrags stellen Sie in zwei Minuten eine unverbindliche Online-Anfrage. Ihre Messstelle ist eine andere? Die Messstellen-Suche hilft weiter.

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Was steht in Ihrem Schreiben?

Sie sind unsicher? Steht im Schreiben „Verwarnung“ und ein Betrag bis 55 Euro, ist es in der Regel ein Verwarnungsgeld ohne Punkte. Ob bei einem Bußgeldbescheid oder Anhörungsbogen Punkte drohen, hängt vom vorgeworfenen Verstoß ab. Wenn das unklar ist, bleiben Sie bei „Ich weiß es nicht“.

Einspruch ist grundsätzlich binnen zwei Wochen nach Zustellung möglich. Dieses Formular legt noch keinen Einspruch ein und wahrt keine Frist. Bei kurzer Restfrist rufen Sie uns bitte direkt an.

Sind Sie rechtsschutzversichert?

Das beschleunigt die Deckungsanfrage. Falls gerade zur Hand:

Gut zu wissen: In einzelnen Tarifen ist auch ein rückwirkender Rechtsschutz für ein bereits laufendes Bußgeldverfahren möglich. Ob ein solcher Tarif für Ihren Fall infrage kommt und welche Bedingungen gelten, klären wir im kostenlosen Erstgespräch.

Sollen wir Ihnen das im Erstgespräch zeigen?

Ein Foto Ihres Anhörungsbogens oder Bescheids hilft uns, Ihren Fall einzuordnen. Bis zu 5 Dateien, jeweils maximal 20 MB. JPG, PNG, PDF oder GIF. Sie können Ihre Anfrage auch ohne Datei senden.

Bei einem Verwarnungsgeld raten wir in der Regel zum Bezahlen. Es gibt keine Punkte und kein Fahrverbot. Mit der fristgerechten, vollständigen Zahlung ist die Verwarnung grundsätzlich erledigt. Ein anwaltliches Verfahren würde meist mehr kosten als das Verwarnungsgeld. Wenn Sie trotzdem Zweifel am Vorwurf haben, können Sie die Anfrage senden.

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