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Geblitzt am Hülskenweg/Waterweg in Voerde-Mehrum

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Geblitzt am Hülskenweg/Waterweg in Voerde-Mehrum

Sie haben nach einer Geschwindigkeitsmessung am Hülskenweg/Waterweg in Voerde, Ortsteil Mehrum, Post erhalten – entweder einen Anhörungsbogen oder bereits einen Bußgeldbescheid. Beides bedeutet zunächst nur, dass ein Vorwurf erhoben wird, nicht dass er bereits feststeht.

Wichtig ist jetzt vor allem die Zeitschiene: Gegen einen Bußgeldbescheid können Sie innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung Einspruch einlegen, eine Begründung muss dabei nicht sofort mitgeliefert werden. Über einen Anwalt lässt sich Akteneinsicht nehmen – auch schon, bevor überhaupt ein Bescheid ergangen ist – und anschließend prüfen, ob der Vorwurf inhaltlich trägt.

Die Messstelle im Überblick

Straße Hülskenweg/Waterweg
Ort / Abschnitt Voerde, OT Mehrum
Bundesland Nordrhein-Westfalen

Anhörungsbogen zum Vorfall in Mehrum: Was Sie sagen müssen und was nicht

Ein Anhörungsbogen ist noch kein Bußgeldbescheid, sondern eine Gelegenheit zur Stellungnahme. Verpflichtend sind allein Ihre Angaben zur Person, also Name, Anschrift und Geburtsdatum. Was den Vorwurf selbst betrifft, entscheiden Sie frei, ob Sie sich äußern. Schweigen Sie zur Sache, darf Ihnen das nicht als Eingeständnis ausgelegt werden – niemand ist verpflichtet, sich selbst zu belasten. Das gilt ebenso, wenn Sie als Fahrzeughalter angeschrieben werden und die Frage nach dem Fahrer im Raum steht.

Vorschnelle Angaben sind deshalb selten hilfreich. Sinnvoller ist es, zunächst zu klären, was in der Akte überhaupt steht. Erst daraus ergibt sich, ob eine Stellungnahme dem eigenen Verfahren nützt oder ob sie Lücken schließt, die sonst offen geblieben wären.

Liegt bereits ein Bescheid vor, läuft die Zwei-Wochen-Frist ab Zustellung. Verstreicht sie, wird der Bescheid rechtskräftig. Eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand kommt nur ausnahmsweise in Betracht, nämlich wenn die Frist ohne eigenes Verschulden versäumt wurde – darauf sollten Sie sich nicht verlassen.

Was bei einer Messung am Hülskenweg/Waterweg geprüft werden kann

Maßgeblich ist nie der reine Ablesewert. Von der gemessenen Geschwindigkeit wird eine Messtoleranz abgezogen; erst der Wert danach entscheidet über die Rechtsfolgen. Ob die Stelle für den Bußgeldkatalog als innerorts oder außerorts gilt, ergibt sich aus der Beschilderung, konkret aus der Ortstafel. Diese Einordnung hat erhebliche Auswirkungen: Innerorts sind die Regelsätze bei gleicher Überschreitung höher, und ein Fahrverbot ist im Regelfall früher vorgesehen – beim Pkw ab 31 km/h Überschreitung innerorts, außerorts erst ab 41 km/h.

Bei der Akteneinsicht lassen sich unter anderem die Messung selbst, die Eichung, die Beschilderung und die Zuordnung des Vorwurfs zum Fahrer überprüfen. Falls ein Messfoto zur Akte gelangt ist, gehört auch dessen Auswertung dazu. Punkte im Fahreignungsregister kommen erst ab 21 km/h Überschreitung in Betracht: ein Punkt, und zwei Punkte, wenn für den Verstoß ein Regelfahrverbot vorgesehen ist.

Fahrverbot, Probezeit und ein Verfahren aus der Ferne

Droht ein Fahrverbot, ist die Frage nach dem Einzelfall entscheidend. In Ausnahmefällen kann davon abgesehen werden, etwa wenn der Arbeitsplatz konkret gefährdet ist; dann fällt die Geldbuße höher aus. Bleibt es beim Fahrverbot und handelt es sich um das erste – also ohne rechtskräftiges Fahrverbot in den zwei Jahren vor der Tat –, dürfen Sie den Beginn innerhalb von vier Monaten nach Rechtskraft selbst wählen und so in eine passende Zeit legen.

Befinden Sie sich noch in der Probezeit, ist eine Überschreitung ab 21 km/h eine schwerwiegende Zuwiderhandlung. Wird die Bußgeldentscheidung rechtskräftig, ordnet die Fahrerlaubnisbehörde ein Aufbauseminar an, und die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre. Solange keine Rechtskraft eingetreten ist, treten diese Folgen nicht ein.

Nach einem Einspruch kann es zu einer Hauptverhandlung beim Amtsgericht kommen. Vieles lässt sich schriftlich über den Anwalt regeln, und auf Antrag kann das Gericht unter bestimmten Voraussetzungen vom persönlichen Erscheinen entbinden. Falls Sie nicht in der Nähe von Voerde wohnen, muss eine Anreise also nicht zwingend anfallen – ausgeschlossen ist sie aber auch nicht. Besteht eine Verkehrsrechtsschutzversicherung, übernimmt sie die Kosten der Verteidigung häufig.

Welche Folgen drohen?

Welches Tempolimit bei Ihrer Messung galt, steht im Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid. Die Übersicht zeigt die Regelfolgen nach dem Bußgeldkatalog für Pkw, gestaffelt nach der Überschreitung nach Abzug der Messtoleranz.

Ob innerorts oder außerorts gilt, ergibt sich aus der Beschilderung am Messort.

Überschreitung innerorts außerorts
bis 10 km/h 30 €
0 Punkte
20 €
0 Punkte
11–15 km/h 50 €
0 Punkte
40 €
0 Punkte
16–20 km/h 70 €
0 Punkte
60 €
0 Punkte
21–25 km/h 115 €
1 Punkt
100 €
1 Punkt
26–30 km/h 180 €
1 Punkt
150 €
1 Punkt
31–40 km/h 260 €
2 Punkte
Fahrverbot 1 Monat
200 €
1 Punkt
41–50 km/h 400 €
2 Punkte
Fahrverbot 1 Monat
320 €
2 Punkte
Fahrverbot 1 Monat
51–60 km/h 560 €
2 Punkte
Fahrverbot 2 Monate
480 €
2 Punkte
Fahrverbot 1 Monat
61–70 km/h 700 €
2 Punkte
Fahrverbot 3 Monate
600 €
2 Punkte
Fahrverbot 2 Monate
über 70 km/h 800 €
2 Punkte
Fahrverbot 3 Monate
700 €
2 Punkte
Fahrverbot 3 Monate

Regelsätze nach Bußgeldkatalog-Verordnung (Anhang, Tabelle 1 Buchstabe c), Punkte nach Anlage 13 der Fahrerlaubnis-Verordnung. Voreintragungen, wiederholte Verstöße und Gefährdung können zu höheren Folgen führen; Gebühren und Auslagen der Behörde kommen hinzu.

Häufige Fragen zu dieser Messstelle

Muss ich den Anhörungsbogen zum Hülskenweg/Waterweg ausfüllen?

Ihre Personalien müssen Sie angeben, zur Sache müssen Sie nichts sagen. Schweigen zur Sache darf Ihnen nicht zum Nachteil ausgelegt werden.

Wie lange habe ich Zeit, gegen den Bußgeldbescheid vorzugehen?

Zwei Wochen ab Zustellung des Bescheids. Der Einspruch muss zunächst nicht begründet werden; nach Fristablauf wird der Bescheid rechtskräftig und eine Wiedereinsetzung ist nur ausnahmsweise möglich.

Gilt die Stelle in Mehrum als innerorts oder außerorts?

Das richtet sich nach der Beschilderung, also nach der Ortstafel, und nicht nach dem Tempolimit allein. Die Einordnung wirkt sich auf die Höhe der Regelsätze und darauf aus, ab welcher Überschreitung ein Fahrverbot vorgesehen ist.

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Dr. Maik Bunzel
Rechtsanwalt · Fachanwalt für Verkehrsrecht · Fachanwalt für Strafrecht
BUNZEL Rechtsanwälte Strafverteidiger, Cottbus · Berlin · Kiel


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Was steht in Ihrem Schreiben?

Sie sind unsicher? Steht im Schreiben „Verwarnung“ und ein Betrag bis 55 Euro, ist es in der Regel ein Verwarnungsgeld ohne Punkte. Ob bei einem Bußgeldbescheid oder Anhörungsbogen Punkte drohen, hängt vom vorgeworfenen Verstoß ab. Wenn das unklar ist, bleiben Sie bei „Ich weiß es nicht“.

Einspruch ist grundsätzlich binnen zwei Wochen nach Zustellung möglich. Dieses Formular legt noch keinen Einspruch ein und wahrt keine Frist. Bei kurzer Restfrist rufen Sie uns bitte direkt an.

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Bei einem Verwarnungsgeld raten wir in der Regel zum Bezahlen. Es gibt keine Punkte und kein Fahrverbot. Mit der fristgerechten, vollständigen Zahlung ist die Verwarnung grundsätzlich erledigt. Ein anwaltliches Verfahren würde meist mehr kosten als das Verwarnungsgeld. Wenn Sie trotzdem Zweifel am Vorwurf haben, können Sie die Anfrage senden.

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