Der Moment, in dem der Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid im Briefkasten liegt, ist selten angenehm. Wer an der Messstelle A10 km 54,2, Spreenhagen geblitzt wurde, fragt sich meist zuerst: Zahlen und abhaken – oder lohnt sich ein genauer Blick? Gerade bei Geschwindigkeitsmessungen hängt viel daran, ob die Messung rechtlich und technisch sauber zustande kam. Denn nicht jede Messung ist automatisch unangreifbar.
Viele Betroffene unterschätzen, wie stark das Verfahren von Formalien lebt: Gerät, Aufbau, Dokumentation, Personal. Dr. Maik Bunzel, Fachanwalt für Verkehrsrecht und Strafrecht mit Kanzleien in Cottbus, Berlin und Kiel, hat in über 1000 Ordnungswidrigkeitenverfahren gesehen, dass sich eine Prüfung oft lohnt. Er lässt Messungen regelmäßig durch einen Sachverständigen für Verkehrsmesstechnik überprüfen, um mögliche Fehler aufzudecken. Eine vorhandene Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten in vielen Fällen.
Fristen und Verfahrensablauf: Jetzt zählt die Zwei-Wochen-Frist
Ob Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid: Entscheidend ist, welches Schreiben Sie vor sich haben. Gegen den Bußgeldbescheid läuft die Einspruchsfrist von zwei Wochen ab Zustellung. Wird diese Frist versäumt, wird der Bescheid rechtskräftig – und spätere Einwände sind nur noch in Ausnahmefällen möglich.
Der Einspruch muss nicht begründet werden, sollte aber rechtzeitig und nachweisbar eingelegt werden. Danach folgt typischerweise die Prüfung durch die Behörde; nicht selten geht es anschließend vor das Amtsgericht. Spätestens dann kommt es auf Aktenlage, Messunterlagen und die Frage an, ob das Gericht von einem sogenannten standardisierten Messverfahren ausgehen darf.
Akteneinsicht und Messunterlagen: Ohne Daten keine sinnvolle Verteidigung
Eine belastbare Einschätzung gelingt erst, wenn die Verteidigung die Akte kennt. Dazu gehören insbesondere Messprotokoll, Fotos, Geräteeinstellungen, Eichnachweise und – je nach Messsystem – auch digitale Falldaten. Auch an der Messstelle A10 km 54,2, Spreenhagen gilt: Erst die Unterlagen zeigen, ob die Messung nachvollziehbar dokumentiert ist und ob sich Ansatzpunkte für Einwände ergeben.
Wichtig ist außerdem, ob die Voraussetzungen eines standardisierten Messverfahrens eingehalten wurden. Das entlastet die Behörden zwar in der Beweisführung, setzt aber voraus, dass das Gerät ordnungsgemäß geeicht war, die Bedienung geschult erfolgte und die Messung entsprechend den Vorgaben durchgeführt und protokolliert wurde. Fehlt es an dieser Kette, kann das Verfahren ins Wanken geraten.
Typische Fehlerquellen: Wo Messungen angreifbar sein können
Geschwindigkeitsmessungen sind Technik – und Technik ist störanfällig. Häufige Streitpunkte sind nicht spektakulär, sondern handwerklich: Aufbau, Ausrichtung, Messwinkel oder die Frage, ob das Messfeld sauber erfasst wurde. Auch Bedienfehler kommen vor, etwa durch falsche Eingaben, unvollständige Dokumentation oder Abweichungen von der Bedienungsanleitung.
Hinzu kommen Einflüsse, die man dem Foto nicht immer ansieht: Reflexionen, ungünstige Lichtverhältnisse oder Mehrfacherfassungen. Genau hier setzt die sachverständige Prüfung an. Dr. Maik Bunzel arbeitet in solchen Fällen mit einem Sachverständigen für Verkehrsmesstechnik zusammen, der die Messung technisch nachvollzieht und prüft, ob die Daten und Unterlagen eine verlässliche Zuordnung und Berechnung tragen.
Was Sie jetzt tun sollten
- Frist notieren: Beim Bußgeldbescheid laufen zwei Wochen ab Zustellung.
- Nichts vorschnell einräumen: Angaben zur Sache erst nach Beratung und Aktenlage.
- Akteneinsicht veranlassen: Messprotokoll, Eichnachweise, Fotos und Falldaten prüfen lassen.
- Rechtsschutz klären: Deckung anfragen – oft werden Anwalt und Gutachten übernommen.
- Sachverständigenprüfung einplanen: Technische Prüfung kann entscheidende Ansatzpunkte liefern.
Viele Betroffene denken, es gehe nur um ein paar km/h. Tatsächlich hängen an der Einordnung schnell Punkte oder – bei höheren Vorwürfen – ein Fahrverbot. Der Toleranzabzug ist zwar vorgesehen, löst aber nicht das Grundproblem: Wenn die Messung oder ihre Dokumentation Fehler enthält, kann schon die Grundlage des Vorwurfs fehlen. Genau deshalb ist die Akte der Ausgangspunkt jeder seriösen Verteidigung.
Wenn Sie an der Messstelle A10 km 54,2, Spreenhagen geblitzt wurden, lassen Sie den Vorgang zügig prüfen – bevor Fristen verstreichen und Fakten geschaffen sind. Dr. Maik Bunzel, Fachanwalt für Verkehrsrecht und Strafrecht (Cottbus, Berlin und Kiel), kann nach Akteneinsicht einschätzen, ob ein Einspruch sinnvoll ist, und lässt die Messung bei Bedarf von einem Sachverständigen für Verkehrsmesstechnik überprüfen. So können Messfehler nachgewiesen werden; bei bestehender Rechtsschutzversicherung werden die Kosten regelmäßig übernommen. Nehmen Sie in diesem Fall Kontakt zu Dr. Bunzel auf und nutzen Sie das Formular am Ende des Beitrags.
Wurden Sie an dieser Messstelle geblitzt?
Lassen Sie Bußgeldbescheid und Messung prüfen, bevor Sie zahlen: Über das Formular am Ende dieses Beitrags stellen Sie in zwei Minuten eine unverbindliche Online-Anfrage. Ihre Messstelle ist eine andere? Die Messstellen-Suche hilft weiter.