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Messstellen im Fokus

Geblitzt auf der A 7 bei Illertissen, Fahrtrichtung Füssen/Reutte

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Geblitzt auf der A 7 bei Illertissen, Fahrtrichtung Füssen/Reutte

Sie sind auf der A 7 bei Illertissen in Fahrtrichtung Füssen/Reutte gemessen worden und haben Post von der Bußgeldstelle erhalten. Ob Anhörungsbogen oder bereits ein Bußgeldbescheid: Beide Schreiben haben unterschiedliche Bedeutung, und beide sollten Sie nicht ungeprüft beantworten.

Wichtig ist zunächst, welches Schreiben Ihnen vorliegt. Beim Bußgeldbescheid läuft eine Frist von zwei Wochen ab Zustellung, innerhalb derer Einspruch eingelegt werden kann – eine Begründung muss zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorliegen. Der Anhörungsbogen ist dagegen noch keine Entscheidung, sondern die Gelegenheit, sich zu äußern. Angaben zu Ihrer Person müssen Sie machen, Angaben zur Sache nicht.

Die Messstelle im Überblick

Straße A 7 (Autobahn)
Ort / Abschnitt Illertissen
Fahrtrichtung Füssen/Reutte
Bundesland Bayern

Die genaue Lage der Messanlage ist uns für diesen Abschnitt nicht bekannt. Maßgeblich sind Messort, Messgerät und Tempolimit, die im Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid stehen.

Autobahn heißt außerorts – das wirkt sich auf die Bewertung aus

Die A 7 ist eine Bundesautobahn, und Autobahnen werden im Bußgeldkatalog durchgängig nach den Sätzen für außerorts bewertet. Bei gleicher Überschreitung fallen die Regelsätze damit niedriger aus als innerorts. Das ändert nichts daran, dass ab einer bestimmten Höhe der Überschreitung Punkte im Fahreignungsregister hinzukommen: ab 21 km/h ein Punkt, und zwei Punkte, wenn für den Verstoß ein Regelfahrverbot vorgesehen ist.

Maßgeblich ist nie der Wert, den ein Messgerät zunächst anzeigt. Von der gemessenen Geschwindigkeit wird eine Messtoleranz abgezogen; erst der Wert danach ist für die Einstufung entscheidend. Gerade an den Schwellen, an denen ein Punkt oder ein Fahrverbot beginnt, kann diese Differenz über die gesamte Rechtsfolge entscheiden.

Auf Autobahnen wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit durch Beschilderung festgelegt – auch vorübergehend und auch abschnittsweise. Welche Anordnung für Ihre Fahrt in Richtung Füssen/Reutte galt und ob sie ordnungsgemäß bekanntgemacht war, lässt sich nicht aus dem Bescheid ablesen, sondern nur anhand der Verfahrensakte nachvollziehen.

Akteneinsicht statt vorschneller Stellungnahme

Über einen Rechtsanwalt kann Einsicht in die Ermittlungsakte genommen werden. Geprüft werden unter anderem der Ablauf der Messung, die Eichung des eingesetzten Geräts, die Beschilderung und die Frage, ob die Person auf dem Vorwurf überhaupt zutreffend zugeordnet ist. Falls ein Messfoto zur Akte gelangt ist, gehört auch dessen Auswertung dazu.

Wer als Halter angeschrieben wird, ist damit nicht automatisch derjenige, der gefahren ist. Wer zur Sache schweigt, gilt deshalb nicht als überführt – das Schweigen darf nicht zu Ihrem Nachteil gewertet werden. Eine frühe schriftliche Erklärung zum Fahrvorgang bringt selten Vorteile, bevor der Akteninhalt bekannt ist.

Der praktische Ablauf ist überschaubar: zuerst die Frist sichern, dann Akteneinsicht, dann inhaltlich prüfen. Wenn Sie weiter entfernt von Illertissen wohnen, lässt sich das Verfahren in aller Regel vollständig aus der Ferne führen; persönliche Termine vor Ort sind dafür nicht zwingend erforderlich. Besteht eine Verkehrsrechtsschutzversicherung, übernimmt sie die Kosten häufig.

Wenn ein Fahrverbot oder die Probezeit im Raum steht

Steht ein Fahrverbot im Raum und wurde in den zwei Jahren vor der Tat kein Fahrverbot rechtskräftig verhängt, kann der Beginn innerhalb von vier Monaten nach Rechtskraft selbst bestimmt werden – das schafft Spielraum für Urlaub oder berufliche Planung. In Ausnahmefällen kann von einem Fahrverbot auch abgesehen werden, etwa wenn der Arbeitsplatz konkret gefährdet ist; die Geldbuße wird dann erhöht. Ob das in Betracht kommt, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab und muss begründet dargelegt werden.

Befinden Sie sich in der Probezeit, gilt Besonderes: Eine Geschwindigkeitsüberschreitung ab 21 km/h ist eine schwerwiegende Zuwiderhandlung. Wird die Bußgeldentscheidung rechtskräftig, ordnet die Fahrerlaubnisbehörde ein Aufbauseminar an und die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre. Diese Folgen knüpfen allein an die Rechtskraft an – umso mehr lohnt sich die Prüfung, bevor der Bescheid unanfechtbar wird.

Welche Folgen drohen?

Welches Tempolimit bei Ihrer Messung galt, steht im Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid. Die Übersicht zeigt die Regelfolgen nach dem Bußgeldkatalog für Pkw, gestaffelt nach der Überschreitung nach Abzug der Messtoleranz.

Überschreitung außerorts
bis 10 km/h 20 €
0 Punkte
11–15 km/h 40 €
0 Punkte
16–20 km/h 60 €
0 Punkte
21–25 km/h 100 €
1 Punkt
26–30 km/h 150 €
1 Punkt
31–40 km/h 200 €
1 Punkt
41–50 km/h 320 €
2 Punkte
Fahrverbot 1 Monat
51–60 km/h 480 €
2 Punkte
Fahrverbot 1 Monat
61–70 km/h 600 €
2 Punkte
Fahrverbot 2 Monate
über 70 km/h 700 €
2 Punkte
Fahrverbot 3 Monate

Regelsätze nach Bußgeldkatalog-Verordnung (Anhang, Tabelle 1 Buchstabe c), Punkte nach Anlage 13 der Fahrerlaubnis-Verordnung. Voreintragungen, wiederholte Verstöße und Gefährdung können zu höheren Folgen führen; Gebühren und Auslagen der Behörde kommen hinzu.

Häufige Fragen zu dieser Messstelle

Ich habe nur einen Anhörungsbogen zur Messung auf der A 7 bei Illertissen bekommen – muss ich ihn ausfüllen?

Angaben zu Ihrer Person sind verpflichtend, Angaben zur Sache nicht. Sie dürfen zum Vorwurf schweigen, ohne dass Ihnen das nachteilig ausgelegt werden darf.

Gilt die A 7 bei Illertissen als innerorts oder außerorts?

Autobahnen werden im Bußgeldkatalog stets als außerorts behandelt. Die Regelsätze sind dort bei gleicher Überschreitung niedriger als innerorts.

Wie lange habe ich Zeit, gegen den Bußgeldbescheid vorzugehen?

Der Einspruch ist binnen zwei Wochen ab Zustellung möglich. Er muss zunächst nicht begründet werden, sodass die Begründung nach Akteneinsicht nachgereicht werden kann.

Weitere Messstellen auf der A 7 in Bayern

Dr. Maik Bunzel
Rechtsanwalt · Fachanwalt für Verkehrsrecht · Fachanwalt für Strafrecht
BUNZEL Rechtsanwälte Strafverteidiger, Cottbus · Berlin · Kiel


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Was steht in Ihrem Schreiben?

Sie sind unsicher? Steht im Schreiben „Verwarnung“ und ein Betrag bis 55 Euro, ist es in der Regel ein Verwarnungsgeld ohne Punkte. Ob bei einem Bußgeldbescheid oder Anhörungsbogen Punkte drohen, hängt vom vorgeworfenen Verstoß ab. Wenn das unklar ist, bleiben Sie bei „Ich weiß es nicht“.

Einspruch ist grundsätzlich binnen zwei Wochen nach Zustellung möglich. Dieses Formular legt noch keinen Einspruch ein und wahrt keine Frist. Bei kurzer Restfrist rufen Sie uns bitte direkt an.

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Bei einem Verwarnungsgeld raten wir in der Regel zum Bezahlen. Es gibt keine Punkte und kein Fahrverbot. Mit der fristgerechten, vollständigen Zahlung ist die Verwarnung grundsätzlich erledigt. Ein anwaltliches Verfahren würde meist mehr kosten als das Verwarnungsgeld. Wenn Sie trotzdem Zweifel am Vorwurf haben, können Sie die Anfrage senden.

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